Sonntag, 21. Mai 2017

Ich esse einen Chatschapuri,

Georgische Nationalspeise. In jeder Hinsicht wirtschaftlich wichtig.

die berühmte georgische Köstlichkeit aus Hefeteig und geschmolzenen Käse. Genauer gesagt esse ich nicht einen,sondern zwei, und zwar imeretische Chatschapuri (siehe Bild). Diese Variante unterscheidet sich von der adscharischen, mingrelischen oder ossetischen Variante deutlich, aber es soll hier nicht (oder nur am Rande) um die Vielfalt der georgischen Regionen gehen. Einen in Telavi für 10 Georgische Lari (GEL) und einen am Rustaveli in Tbilisi für 6,50 GEL. Das Restaurant in Telavi hat (zumindest nach den Angaben vom Februar) durchschnittlich 3,59 GEL für die Zutaten ausgegeben und damit eine Gewinnspanne von 6,41 GEL Die Tbilisier haben deutlich knapper kalkuliert und haben bei 3,53 GEL einen Gewinn von nicht einmal 3 GEL. Würden Restaurants Kutaisi, im Herkunftsgebiet des imeretischen Chatschapuri, ähnlich kalkulieren, würden sie noch weniger Gewinn machen, denn die Zutaten sind hier am teuersten. Wenn die Restaurants seit Mai 2015 ihre Preise nicht verändert haben, verdienen sie heute in Telavi ungefähr 0,40 GEL (bzw. 40 Tetri) weniger an einem Chatschapuri als damals und in Tbilisi 50 Tetri weniger. 
Woher ich das alles weiß? Ich verfolge den Chatschapuri-Index des International School of Economics Tbilisi (ISET). Anhand der Grundzutaten eines Imeretischen Chatschapuri, also aus Mehl, Butter, Milch, Käse, Eiern, Hefe und dem zum Kochen benötigten Gas, wird jeden Monat die Inflation in Georgien berechnet. Forscher ziehen dafür jeden Monat über die Märkte der vier größten Städte Georgiens, in Tbilisi, Batumi, Kutaisi und Telavi und ermitteln Preise, aus denen sie dann Durchschnittswerte berechnen. 
Zusätzlich stellen die Wirtschaftler vom Chatschapuri-Index angesichts großer jahreszeitlicher Preisschwankungen auch weitere interessante Fragen nach ökonomischen und kulturellen Besonderheiten: Warum sind beispielsweise die Käsepreise im Winter niedriger sind als im Sommer, wenn doch im Sommer die Milchproduktion im Land höher ist als im Winter? Welche Auswirkungen hat das Kirchenjahr auf die Chatschapuri-Preise?Nach einer Langzeitbeobachtung steigen Weihnachten und Neujahr (bzw. Neujahr und Weihnachten, in Georgien ist ja erst Neujahr und dann Weihnachten) die Preise, weil mehr gebacken wird, in der Fastenzeit sinken sie, weil gläubige Christen in dieser Zeit auch auf Milchprodukte verzichten (ist das eigentlich auch in der katholischen Kirche so? - Ich dachte, Mehlspeisen würden auch Milch enthalten). Die Frage nach dem billigeren Käse im Winter erklärt sich übrigens gerade durch die geringere Milchproduktion im Land: Deshalb wird billigeres Milchpulver vor allem aus der Ukraine importiert. Bei meinem Interview mit einer der Wissenschaftlerinnen hinter dem Chatschapuri-Index erzählt mir diese, dass erst seit kurzem Milchprodukte aus Milchpulver gekennzeichnet werden müssten, dass das aber natürlich auf den Märkte kaum durchzusetzen ist. Ob wirklich nur die großen Molkereien mit Milchpulver arbeiten, sei dahingestellt. Der kleine Bauer, der die Milch seiner fünf bis zehn Kühe mit Milchpulver streckt, wird wohl nach wie vor die Gelegenheit dazu haben.
So genau wollte das hier niemand wissen? Pech. Ich fand es spannend.
Guten Appetit.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Die Veränderung der Märkte

Getrocknete Früchte im GUM - so erinnere ich
 mich auch an
die zentrale Markthalle
Über Märkte wollte ich sowieso schreiben und das Thema bietet sich wunderbar für einen gemeinsamen Yerevan-Tbilisi-Post an. Das Verhältnis der südkaukasischen Länder zu Märkten, vor allem in ihren Hauptstädten, ist - vorsichtig gesagt - ambivalent. Einerseits gehören "bunte, orientalische" Märkte ebenso wie Seidenstraßen-Erwähnungen zum Bild, dass man gerne an Touristen vermittelt, andererseits werden die real existierenden Märkte mit ihren sowohl vom Finanzamt als auch von der Gesundheitsbehörde nur schwer kontrollierbaren Kleinhändlern ungerne gesehen und gelten als unangenehm anachronistisch und nicht ins Bild nach Europa gewandter Länder passend. Sehr bewusst ist mir das in Jerevan wieder geworden, als ich mich zuerst freute, dass die große Markthalle wieder offen war. Ich habe schöne Erinnerungen an die hochgewölbte Halle gegenüber der Persischen Moschee und war 2013 ziemlich enttäuscht gewesen, dass sie geschlossen war. Allerdings wurde ich noch mehr enttäuscht: Nach der Renovierung war nichts mehr von der alten Marktatmosphäre übrig, stattdessen ist nun das ganze Untergeschoss mit einem gigantischen Supermarkt gefüllt, in dem man die unerwartetsten Importwaren finden kann. Auf der Empore befindet sich ein Fastfood-Restaurant und einige Kleidungsläden. Da kann man schon froh sein, dass nicht das große Gitterwerk am Eingang, in dem man neben Mustern auch Abbildungen von Tieren, Fischen, Blumen und Früchten findet, und die comichaften Lebensmittel mit Gesichtern, Armen und Beinen am Dachfirst Werbebannern weichen mussten. 
Etwas altes Marktgefühl im modernen Supermarkt
Die Händler sind verdrängt worden. Gerade die Kleinsthändlerinnen mit ihren wenigen Eimern mit Obst, den Gläsern mit Joghurt oder ein paar Kisten mit getrockneten Fischen bieten ihre Waren immer noch rund um die Markthalle an. Die größeren Händler, vor allem für Obst oder getrocknete Früchte und Nüsse treffe ich am Sonntag als ich eher zufällig auf dem anderen großen Markt von Jerewan lande, der für die alten Jerewaner immer noch das GUM nach der alten russischen Bezeichnung ist, auch wenn schon lange "Armenischer Markt" am Eingang steht.

Was der Garten so hergibt
In Tbilisi sollte der alte "Desertes"-Basar am Bahnhof schon vor Jahren einem Bürohochhaus weichen. Heute ist er immer noch eine Bauruine, in der Handel getrieben wird - hier werden Karotten oder Kartoffeln säckeweise aus großen Lastwagen verkauft oder eine alte Frau bietet zehn einzelne Bünde Estragon an. Ich frage eine frühere Kollegin, die sich intensiver mit den damaligen Plänen, den Reaktionen der Kunden und Händler beschäftigt hat, was passiert ist und wie es nun weitergeht. Denn so richtig überzeugend scheint mir das offensichtliche Provisorium nicht zu sein. Die Kollegin winkt ab: Alles unklar. Nur das geplante Hochhaus würde sicher nicht gebaut werden. Die darunter durch führende U-Bahn mache den Bau statisch unmöglich. Aber das habe eben niemand vorher überprüft und nun wisse keiner weiter. So was könne auch nur in Georgien passieren. Ich denke an den Berliner Flughafen und erspare mir jeden Kommentar.

Eins muss ich allerdings bei aller Nostalgie für die alten Märkte doch festhalten: Der neue Supermarkt in Jerewan und das Fastfoodrestaurant waren eindeutig besser besucht als der GUM und auch der Desertes, zumindest als ich da war. Die Bevölkerung - jedenfalls die, die es sich leisten kann, hat sich offensichtlich schon entschieden.

Montag, 15. Mai 2017

Überstanden

Nix Besonderes - aber das erste Nachzugabteil des
Reisebabys verdient doch ein Bild.
Die beiden Nachtfahrten sind überstanden. Gut sogar, würde ich sagen. Die Hinfahrt war geprägt von saufenden Iranern, die sich offensichtlich mit georgischen Wein eingedeckt hatten, um dann in Yerevan aus dem Zug zu wanken und (meine böse Vermutung) gleich ins nächste Cognac-Geschäft weiterzuziehen. Dabei sprachen sie Aserbaidschanisch, was nicht verwunderlich ist, ist doch der größte Teile der Bevölkerung des Nordirans aserbaidschanischsprachig. Verblüffender war, dass der ältere armenische Schaffner ebenfalls Aserbaidschanisch sprach. Baku-Armenier? Vom Alter her könnte es noch gut hinkommen.
Das Streckennetz Armeniens scheint zu einer Zeit gebaut zu sein, als Weichen für Abzweigungen gerade schlecht lieferbar waren, denn wie ist es sonst zu erklären, dass die Strecke einen langen Bogen durch den Westen Armeniens macht, um noch das ganz an der türkischen Grenze gelegene Gyumri zu erreichen, bevor es wieder nach Osten und dann nach Norden, nach Tbilisi geht? Im Bahnhof Yerevan ist ein Eisenbahnmuseum, vielleicht hätte ich da mal reinschauen sollen (Habe ich ehrlich gesagt schon mal, aber alles wieder vergessen.) Gelegenheit hätte ich gehabt, denn die Fahrtkarten von Yeravan nach Tbilisi kann man natürlich nicht in Tbilisi kaufen. Und natürlich hatte der Ticketschalter noch nicht auf, als wir um sieben in Yerevan ankamen. Also am Nachmittag noch mal zum Bahnhof am Rand (und zwar am äußersten Rand) der Innenstadt. Immerhin hat er einen guten U-Bahnanschluss - das ist mehr als man vom Berliner Hauptbahnhof sagen kann. Aber Yerevan hat auch nur eine U-Bahnlinie.


Eindrucksvoller Wartesaal, vor allem wenn man bedenkt,
dass es kaum innerarmenische Züge gibt und die einzigen
internationalen Züge die Verbindung nach Tbilisi
alle zwei Tage ist. Die Strecken nach Aserbaidschan, Iran
und Türkei sind alle gesperrt.
Die Rückfahrt war einerseits besser, weil ich schon ungefähr wusste, wie ich mich mit Kind auf der engen Liege zusammenrollen konnte, andererseits anstrengender, weil die Grenzkontrollen nerviger waren. Ok, nach der Hinfahrt war mir klar, dass sich in so einem Eisenbahnwagen locker Pässe in fünf verschiedenen Schriften befinden können (Armenisch, Georgisch, Kyrillisch, Arabisch bzw. Persisch und Lateinisch) und natürlich ist es imperialistisch anzunehmen, dass ausgerechnet Lateinisch beherrscht wird, aber es hätte doch einiges erleichtert. 
Bahnhofsdecke.

Zwei Erkenntnisse: 1) In meinen nächsten Reisepass kommt der Dr.-Titel nicht mehr rein. Sonst werde ich noch wahnsinnig, wenn ich versuche zu erklären, warum das Reisebaby und ich nicht den exakt selben Nachnamen haben. 2) Künftig überquert das Reisebaby innerkaukasische Grenzen nur noch in rosa Rüschen. Ein Mädchenname im Pass und ein Baby im blauen Body ist offensichtlich zu viel für arme Grenzer.


Der Turm des Bahnhofs in Yerevan in extra groß.
damit man den Witz erkennt: Auf der Spitze, wo früher
Hammer und Sichel prangten, hat man nun
die Umrisse des Araratmassivs in den Kranz eingefügt,
sonst aber alles unverändert gelassen.
Und Yerevan? War auch schön - alter Freundinnen gesehen, neue kennengelernt, herrliches Wetter genossen (bis auf den Regenguss auf dem Weg zum Zug zurück - natürlich!), und tatsächlich auch noch einige Ecken kennengelernt, die ich noch nicht kannte. Dazu morgen oder übermorgen mehr. Erst muss ich Schlaf nachholen.

Mittwoch, 10. Mai 2017

Was kann schon schief gehen?

Was macht man, wenn die erste Reise mit dem Reisebaby bisher weitgehend unkompliziert verlaufen ist? Ok, da war die unendlich lange Treppe am Hauptbahnhof Tbilisi, die ich mit dem Wagen und dem Kind im Tuch nie runtergekommen wäre, wenn nicht die Security gewesen wäre. Die Tatsache, dass Fremde das Kind ständig anfassen und das Kind zwischen Fremdeln und Flirten schwankt. Der leichte Durchfall und ein gewisses Problem Babybrei aufzutreiben. Das Blatt eines unbekannten Busches, das im Mund landete (während ich das Kind ins Tuch band - Himmel, wie konnte das geschehen?!). Ganz abgesehen von der Tatsache, dass die Oma als moralische und praktische Unterstützung dabei war. 
Sonst aber lief alles glatt. Also habe ich beschlossen, das Schicksal herauszufordern und nach Jerewan zu fahren. Mit dem Nachtzug. Zehneinhalb Stunden. Hin und zurück. An den ungraden Tagen gehen die Züge von Tbilisi nach Jerewan, an den graden zurück. Also morgen hin und am Sonntag zurück. Mit der Erschwernis, dass ich das Rückticket erst in Jerewan lösen kann. 
Ja, es gibt einen guten Grund für den Wahnsinn. Hoffentlich ist die Arbeitsmöglichkeit das wert.
Bis Montag dann. Der Computer bleibt aus Gewichtsgründen in Tbilisi.

Montag, 8. Mai 2017

Telavi - mehr als ein Zwischenstopp


Im Moment scheine ich nur entweder bildfreie Posts zu schaffen, wenn ich nämlich Zeit habe, aber nur eine schlechte Internetverbindung, oder Posts nur mit Bildern, wenn ich in Tbilisi zwar eine gute Internetverbindung, aber eben kaum Zeit habe. Oder wie jetzt wegen einer beginnenden Erkältung unbedingt ins Bett will. Deshalb nur ein paar Bilder zu unserem Zwischenstopp in der viertgrößten Stadt Georgiens, Telavi, an der "Georgischen Weinstraße", Nach zwei Tagen im europäischen Hotel war ich froh, wieder im klassischen georgischen Homestay gelandet zu sein und auch Telavi entpuppte sich als wesentlich netter als ich das von einem Zwischenstopp, von dem aus ich noch ein paar andere Weinorte abklappern wollte, erwartet hätte. Vor allem der Blick über die Ebene zum Kaukasus ist toll und war von unserer Pension aus besonders schön (was leider bedeutete, dass wir oberhalb des Zentrums waren und der Aufstieg schon ziemlich anstrengend. Vor allem mit Kind um Tuch oder Wagen).
Vor allem architektonisch hat das Städtchen unerwartet viel zu bieten, vor allem, wenn man Sinn für manchmal auch schräge Kombinationen hat.

Klassizismus und (wiederaufgebaute) mittelalterliche Stadtmauer.

Zumindest in der Architektur hatte Stalinismus Sinn für Humor.
Anders ist das nicht zu erklären. 

Die Holzschnitzereien an den alten Häusern sind schön. Und jede anders.
Wer sich den Balkon nicht mehr leisten kann, weil die Familie zu groß wird
und das Wetter zu schlecht ist, muss eben improvisieren.

Das ist - ähh, was genau? Stalinismus meets alte Balkone, die dann
 modern verkleidet werden?
Irgendwie so.
Moderne Public Service Hall und alte Straße.
Auch hier stellt sich die Frage nach dem Humor.



Warum ist alles, was in Georgien renoviert wird, danach tot?
Nein, das ist keine rhetorische Frage, es beschäftigt mich wirklich
und nach dem kurzen Besuch in der Altstadt von Telavi mal wieder ganz besonders.

Samstag, 6. Mai 2017

Weinkeller Georgiens I

Kachetien ist nicht nur die Kornkammer, sondern vielmehr auch der Weinkeller Georgiens. Ein Grund, da unbedingt mal hinzufahren, vor allem da mein neustes Interesse ja der Kulturgeschichte von Nahrungsmitteln im Kaukasus gilt. Nun ist (fast noch Voll-)Stillen und Wein eine wenig gelungene Kombination, aber ein (oder zwei?) Weinproben werden hoffentlich möglich sein.

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts:
Im Boden vergrabene Qvevri. An der Wand lehnen
Geräte, um den Wein abzufüllen und die Qvevri zu
säubern.
Der berühmte georgische Wein hat seit Ende der Sowjetunion immer wieder und immer mehr ausländische Weinexperten - Profis und Amateure - angezogen, die hier den traditionellen Weinbau kennen lernen wollten. Manche blieben, modernisierten alte Weinkeller und begannen ihren eigenen Wein zu produzieren.
Meine erste Station ist ein solches Weingut, das auch einen Hotelbetrieb hat. Das teuerste Hotel, das ich im Kaukasus je betreten habe und - ok, fassen wir es so zusammen, dass der Besitzer, Herr Schuchmann, Glück hat, dass ich Hotelkritiken im Blog für langweilig halte. Ein Gutes des Hotels ist, dass die Weinproduktion und das Hotel buchstäblich unter einem Dach sind und eine Führung sowie eine Weinprobe im Preis inbegriffen sind. (Wenn die Führer und Leiter der Weinprobe noch mehr als angelerntes Wissen abspulen würden, wäre es noch besser, aber das ist wohl zu viel verlangt...) 
Hier werden Weine sowohl im georgischen Stil, in den Qvevri genannten Tonamphoren, als auch im "europäischen" Stil, in großen Stahltanks, produziert. Die europäischen Weine werden unter dem Label "Schuchmann" vertrieben, die georgischen unter "Vinoterra". Wenn ich unseren Führer richtig verstanden habe, war Vinoterra der Name einer georgischen Winzerkooperative, die Herr Schuchmann 2006 (?) an diesem Ort übernommen und modernisiert hat. 

Moderne Stahltanks unter zumindest auf alt gemachten Dach

Nach der offensichtlich weinkundigen Führerin, deren Führung ich aber leider erst auf den letzten Metern miterlebte, unterscheidet sich die europäische und die georgische Weinproduktion darin, dass der georgische Weinbauer den Wein in den Qvevri füllte und dann nur beten konnte, dass er nach Öffnung des Qvevri nach einigen Monaten oder gar Jahren gut war, während die europäische Methode die Regulierung jedes einzelnen Ablaufs in den Stahltanks durch genaue Einstellung von Temperaturen erlaubte. Ich denke, dass das eher der Unterschied zwischen "traditionell" und "modern" ist, denn auch der deutsche Winzer konnte noch vor hundert Jahren wohl auch nur beten, dass der Wein im Fass richtig alterte. Oder? Da muss ich mich wohl noch besser bilden. Ebenso über Sulfite, die offensichtlich bei Qvevri-Weinen besonders hoch sind und auf den Flaschen extra gekennzeichnet werden müssen (hat jemand eine Ahnung davon? Bitte melden!)
In die Abfüll- und Verpackungsanlage konnte ich nur
kurz gucken, das war leider nicht Teil der Tour.

Vermutlich war ich die erste, die eine Weinführung mit Baby im Tragetuch absolvierte und ich musste mir einiges an Spott zum Thema frühe Gewöhnung an Alkohol anhören - zumindest von ausländischen Gästen. Die georgische Belegschaft fand das vollkommen normal. Nur Chacha - also Schnaps mit mindestens 65% Alkohol sollte man nicht zu früh geben. Alles klar. 

Nicht weit (aber sehr unangenehm zu laufen weil zu einem Teil Überlandstraße) liegt übrigens der Ort Zinandali. Ebenfalls ein berühmter Weinort, in dem auch das Haus - oder eher der Palast - des georgischen Adligen und Dichters Alexander Chavchavadze aus dem 19. Jahrhundert zu besichtigen ist. Nach den Bildern von Likani muss der dortige Palast ähnlich ausgesehen haben und so habe ich durch die Anlage in Zinandali, durch die Architektur, den Garten (eine schöne Mischung aus englischer und französischer Gartenkunst) und die Einrichtung des Hauses von Chavachavadze wenigstens eine Idee, wie der Likani-Palast ausgesehen haben könnte. Oder ich kann es mir zumindest einbilden.

Gestutzte Bäume und Waldanlage vor
dem Chavchavadze-Haus.

Freitag, 5. Mai 2017

Tbilisi,nur ein paar Bilder

(Mist, das wollte ich gestern schon posten und habe doch offensichtlich vergessen, den "Veröffentlichen"-Knopf zu drücken. Jetzt aber.)




Holzhäuser mit den typischen Balkonen an der Altstadtmauer.
Hier wird gerade viel restauriert und Andenkenläden und Restaurants
entstehen überall. Gleichzeitig verfallen in der Altstadt weiter ebenso schöne Häuser
oder müssen Glas-Stahl-Konstruktionen weichen.
Zwei Tage Tbilisi - und fast bin ich versucht zu schreiben: Zum Glück nur. Das ist unfair, wie ich Tbilisi gegenüber meistens unfair bin. Aber es war typisches Tbilisi-Wetter: schwül-warm, heiß, Gewitter, Regenschauer. Außerdem ein offensichtlich nicht ganz gutes Joghurt in einem eigentlich von mit geschätzten Café und ein Magen-Darm-Problem, der natürlich auch das Reisebaby erwischte. Bäh.
Immerhin ein paar Bilder, vor allem neue Entdeckungen aus der Reihe "Street Art Tbilisi" - das geht am schnellsten vor dem Aufbruch nach Kachetien, das georgische Weinland.

Chamäleon oder Dinosaurier? Auf jeden Fall dekorativ
an der Leslelidze Straße in der Altstadt.

Lamm, Kelch, Kreuz - Ein  Ostergruß der georgisch-orthodoxen Kirche
an einer wegen Bauarbeiten gesperrten Unterführung an der Stadtmauer?
Standseilbahnstation und Restaurant auf dem Mtazminda über Tbilisi.
Im Hintergrund der Fernsehturm (nachts ist er mit seinen blinkenden Lichtern
eindrucksvoller.)

Mtazminda oder Jurassic Park? Auf jeden Fall das letzte Foto
bevor uns der Regen in die Flucht schlägt. Schade, der Freizeitpark auf dem Berg ist schön.
Vielleicht schaffen wir nächste Woche noch einen Besuch.